Linie über dem Menü
Unsere Stadt Geschichte Friedrichsdorf Dillingen Köppern Burgholzhausen Seulberg Stadt des Zwiebacks Marie Blanc P.J.E. Désor Lydia Driesch-Foucar Johannes Driesch Landgraf Friedrich II Dr. Ludwig Fuchs Louis Frederic Garnier Theodor Haller Martha von Puttkamer Reinhold Rau Philipp Reis Hem Schüppel Dr. Emil Sioli Karl-Herbert Scheer Prof. Karl Willy Wagner Tony & Bruno Werntgen Partnerstädte Umwelt News der Umweltberatung Energie & Klimaschutz Wasser & Abwasser Lokale Agenda 21 Arbeitsgruppen Öffentliche Einrichtungen Schulen Kirchen Forum Stadtbücherei Gesundheit Ärzte Apotheken Krankenhäuser Jung & Alt Kinder Jugend KiJuKa - aktuell KiJuKa - regelmäßig Senioren Shop Souvenirs Presse Wetter Verkehrsverbindung RMV-Fahrplanauskunft Stadtrundgang & Stadtplan Barrierefreies Webdesign Sitemap
Linie unter dem Menü
Schmuckgrafik Orange Säulen Leben in Friedrichsdorf / Unsere Stadt / Geschichte / Theodor Haller

Theodor Haller

Gruppenfoto des Vertriebs der Firma Haller, Hallernudel Frederike als Werbefigur der Firma, Herstellung der Nudeln und ihr Verkauf im Geschäft, Villa Haller

Haller Nudeln gehen prächtig auf


Mehr durch einen Zufall wurde Theodor Haller (1869 – 1922), ein gebürtiger Schwabe aus Stuttgart, Nudelfabrikant in Friedrichsdorf, denn eigentlich wollte er in dieser Stadt nur ein Praktikum bei der Hutfabrik Rousslet machen. Wahrscheinlich diente es zur Vorbereitung auf den Einstieg in die väterliche Hutfabrikation.

Doch in Friedrichsdorf lernte der Schwabe Louise Armine Gauterin (1870-1945) kennen. Heiraten durfte er sie aber nach dem Willen ihres Vaters nur, wenn er auch in der Hugenottenstadt bliebe. So nutzte er seine Chance, als der kleine Bäckereibetrieb des Emil Guillaume Garnier, welcher kurz zuvor bei einem Unfall ums Leben gekommen war, zum Verkauf stand. Nachdem die Witwe die Bäckerei nicht halten konnte, übernahm 1891 Haller die Firma mitsamt ihren fünf Arbeitern. In den kommenden Jahren expandierte das Unternehmen gewaltig: 1916 beschäftigte Haller bereits 130 Arbeiter, 30 Beamte und etwa 150 Vertreter. Auch verschiedene Neubauten und Neueinrichtungen kamen mit der Zeit hinzu, so dass sein Fabrikgebäude 1910 bereits 9000 Quadratmeter umfasst.

Als Patron stand Haller Familie und Firma vor, galt als sparsam und konservativ. Dennoch betrachtete er die gesetzlichen Sozialleistungen als positiven Fortschritt, wenn er auch zugleich die Arbeitnehmerorganisationen ablehnte. Anerkannt war Haller vor allem unter seinen Kollegen, denen er seit 1900 als Vorsitzender des Verbandes deutscher Teigwarenfabrikanten vorstand. 

Um die Jahrhundertwende beschloss der Fabrikant einen Umzug aus der Hugenottenstraße in die 1905 nach Plänen des Architekten Heinrich C. Foeller (1861-1935) erbaute Villa in der Taunusstraße 17.

Das Erfolgsgeheimnis seines Unternehmens war die gleich bleiben gute Qualität in einer Zeit, als es noch keine gesetzlichen Vorschriften für Nahrungsmittel gab. Kein Wunder, dass man sogar unter Aufsicht des Homburger Rabbis koschere Eiernudeln für den Export produzieren durfte.

Die Haller Nudelfabrik stand also für hochwertige Waren und schöne Verpackungen, denn von Anfang an wusste Theodor Haller die Werbung gezielt einzusetzen. Nicht nur die Verpackungen der Haller Nudeln mit Märchenmotiven waren mit großer Sorgfalt ausgewählt, sondern auch Kunstpostkarten, Serienbilder und Emailleschilder begeisterten die Käufer für Haller Nudeln. Plakate und Reklamemarken vervollständigten das Werbeangebot. Bereits 1898 erhielt Theodor Haller in Hamburg für seine Produkte die erste Goldmedaille und dieser Auszeichnung sollten noch weitere folgen: 1900 bekam er auf der Weltausstellung in Paris und 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis weitere Goldmedaillen. Die Qualität seiner Nudeln war in ganz Deutschland bekannt und er selbst warb in einem Werbeprospekt für seine technischen und vor allem hygienischen Fabrikeinrichtungen.

Der Erfolg der Hallerschen Nudelfabrik endete leider im Jahr 1973, als das Unternehmen zunächst von der Konkurrenzfirma Birkel aufgekauft und schließlich fünf Jahre später (1982/83) ganz geschlossen wurde. Theodor Haller musste dies allerdings nicht mehr miterleben, er starb bereits am 20. März 1922. Damit verschwand erstmals ein bedeutendes Unternehmen aus Friedrichsdorf.


 

Logo der Stadtverwaltung Friedrichsdorf