Als Enkel reicher hugenottischer Textilfabrikanten in Friedrichsdorf geboren, war Pierre Jean Édouard Désor (1811 - 1882) keine glückliche Kindheit beschieden. Im Alter von 2 Jahren verlor er den Vater, die zweite Ehe der Mutter endete im finanziellen Desaster.
Das Erbe des Großvaters sicherte das Jurastudium an der Landesuniversität Gießen, das der junge Mann wegen seiner Sympathie für die revolutionären Umtriebe der 30er Jahre abbrechen musste. In Paris verdiente er sich seinen Lebensunterhalt durch Privatstunden und Übersetzungen. In der Schweiz fand er eine Anstellung bei dem Professor für Naturgeschichte Louis Agassiz in Neuchâtel und entdeckte seine eigene schriftstellerische und naturwissenschaftliche Begabung.

Seine zoologischen, geographischen und paläontologischen Veröffentlichungen wurden weltweit in führenden wissenschaftlichen Kreisen anerkannt, sein Landhaus Combe-Varin wurde zum Treffpunkt international bekannter Wissenschaftler.
Sein Bruder David Frédéric - verheiratet mit einer wohlhabenden Schweizerin - vermachte ihm ein ansehnliches Vermögen. Beide gehören zu den Gründern des ersten Friedrichsdorfer Kindergartens, den sie finanziell unterstützten. In seinem Testament vermachte Pierre Édouard Désor seiner Heimatstadt die von ihm verfassten Werke und einige Ölgemälde.
Die Stadt Friedrichsdorf hat ihm mit der "Désor-Linde" ein unvergängliches Denkmal gesetzt.
