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Solaranlagen

Sommerzeit: Die hohe Zeit für Solaranlagen

Ihre beste Ausbeute liefern Solaranlagen jetzt in den Sommermonaten. Mit einer richtig eingestellten Anlage kann für 3 Monate der Kessel ganz abgeschaltet werden. Geheizt wird nicht und die Warmwasserbereitung übernimmt die Solaranlage. Das spart Heizenergie, Strom und Abgase, die bei Kaltstarts des Kessels besonders hoch liegen.

Für Wohnhäuser ist der Flachkollektor die technisch sinnvolle und kostengünstige Entscheidung, rät die Hessische Energiesparaktion. Er sollte unverschattet auf Steil- oder Flachdach oder im Vorgarten angebracht werden können. Ideal sind 35 °C Dachneigung und Südorientierung. Auch wer leicht aus der Südorientierung herausgehen muss oder eine steilere oder flachere Dachneigung hat (30-60 Grad), erhält noch 90-95 % des maximal möglichen Solarertrages.

Der Flachkollektor besteht aus einem gedämmten Kasten, in dem ein Wärmetauscher (Absorber) aus Stahlblech oder ALU liegt, der schwarz gestrichen oder selektiv beschichtet ist. Damit nimmt er die Solarstrahlung gut auf. Rohre im Wärmetauscher werden von der Wärmeträgerflüssigkeit durchflossen (meist Wasser mit Frostschutz), die sich aufheizt und zum Warmwasserspeicher gepumpt wird. Eine Glasabdeckung und Isolierung verhindern einen zu großen Wärmeverlust an die Umgebungsluft.

Teurere Kollektortypen, wie der Vakuumflachkollektor oder der Vakuumröhrenkollektor sind nur sinnvoll, wenn man zu wenig Dachfläche oder eine ungünstige Dachneigung hat, oder Kollektorflächen zeitweise verschattet werden. Kollektoren vertikal auf der Südwand bringen einen rund 30 % geringeren Ertrag. Das gleicht ein Röhrenkollektor durch seinen besseren Wirkungsgrad wieder aus, er wäre für diesen Fall sinnvoll. Ansonsten gilt im Regelfall: Der Flachkollektor ist die beste Lösung. Vier bis sechs Quadratmeter unverschattete und südorientierte Dachfläche sind am Einfamilienhaus meist vorhanden. Bei der Heizungs-unterstützung bringen Röhrenkollektoren allerdings einen besseren Wirkungsgrad.

Die Preise für Flachkollektoren liegen bei 200- 250 EUR pro qm (nur Kollektor), Vakuumröhrenkollektoren können 2,5-mal teurer sein. Die ganze Anlage mit Speicher und Einbau kann für einen 4-Personen-Haushalt 4000-5000 EUR kosten. Hier machen ihnen die hessischen Heizungsbaufachbetriebe und Dachdecker gerne ein Angebot für Ihren konkreten Fall.

Für ein Einfamilienhaus mit 4 Personen sind 6 qm Flachkollektor und ein 300 Liter-Warmwasserspeicher völlig ausreichend. Der Ertrag liegt hier bei ca. 1500 kWh pro Jahr.

Leistet sich unsere Familie satte 10 qm Kollektorfläche, erhöht sich der Ertrag immerhin auf 4500 kWh/Jahr.

Beim Heizenergieverbrauch liegt das Ziel in Hessen bei 10 Liter Heizöl oder 10 m³ Erdgas pro qm und Jahr. Solaranlagen bringen einen Ertrag von 1 bis 2 Liter pro qm und Jahr (oder 1-2 cbm Erdgas/qm und Jahr). Da die meisten hessischen Wohngebäude noch 20 Liter Heizöl pro qm und Jahr benötigen, sieht man: Die Solaranlage zur Warmwasserbereitung ist ein Schritt in die richtige Richtung, dem weitere fünf Schritte folgen müssen: Neuer Brennwertkessel, Dämmung der Außenwand, Dämmung des Daches, neue Wärmeschutz-verglasung und Dämmung der Kellerdecke gehören auch dazu.

Förderungen für Sonnenkollektoren gibt es von der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA (www.bafa.de). Eine Förderübersicht, eine Energiespar-Information zum Thema "Solaranlagen" und Angaben zum "Energiepass Hessen" gibt es bei der Hessischen Energiespar-Aktion, eine Aktion des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung unter: www.energiesparaktion.de

Bis zum 30. Juni ist im Rathaus die Ausstellung "Wärme von der Sonne" zu sehen. Daneben werden eine Vielzahl von Informationsmaterialien zum Thema angeboten. Informationen auch im Internet unter www.Friedrichsdorf.de oder beim Umweltberater, Tel.: 06172 / 731-300 oder E-Mail: joerg.naumann@friedrichsdorf.de.

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